Sicherheit
Angriffe auf Kälteregler: Was gesichert ist
Was das französische CERT-FR, die Behörde ANSSI und die Presse über die Angriffe vom Oktober und November 2026 berichten, was unbekannt bleibt und was Betreiber prüfen können.
Veröffentlicht am 4. November 2026 2 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
Aktualisiert am 4. November 2026. Wir halten diese Seite auf Basis öffentlicher Quellen aktuell, die wir alle nennen. Die Ermittlungen laufen, und einige Punkte können sich noch ändern.
Das Wichtigste
Am 12. Oktober 2026 meldete das CERT-FR, das staatliche französische Warnzentrum für IT-Sicherheit, zahlreiche Kompromittierungen fernzugänglicher Regler von Kühlanlagen. Nach Angaben der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI nutzten diese Angriffe grundlegende Sicherheitsmängel aus. Anfang November traf eine zweite Welle weitere europäische Länder. Wer dahintersteckt, ist nicht geklärt.
Chronologie
- Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2026. In Frankreich werden Kühlmöbel von Supermärkten in den Abtaumodus versetzt und erwärmen sich, laut dem Chef einer Handelskette, den der französische Nachrichtensender Franceinfo zitiert, auf bis zu 50 °C.
- 12. Oktober. Das CERT-FR veröffentlicht seine Warnmeldung und aktualisiert sie am 13. und 16. Oktober.
- 21. Oktober. Bei einer Anhörung im französischen Senat spricht der Generaldirektor der ANSSI von grundlegenden Sicherheitsmängeln, direkter Erreichbarkeit aus dem Internet und schwachen Passwörtern. Er nennt auch das Gesundheitswesen, bis hin zu Apotheken, die Impfstoffe lagern. Der französische Parlamentssender Public Sénat berichtet von mehr als 700 betroffenen französischen Supermärkten.
- Nacht vom 1. auf den 2. November. CNBC berichtet von betroffenen Kühl- und Tiefkühlgeräten von Schweden bis Belgien. In Belgien spricht der Sender RTBF von mehreren Dutzend Märkten und von Temperaturen, die auf etwa 15 Grad stiegen.
- 2. November. Die belgische Bundesanwaltschaft leitet laut RTBF Ermittlungen ein.
- 3. November. Das Fachportal Cybersecurity Dive gibt einen Überblick über die europäischen Ermittlungen und berichtet, dass sich US-Militärbehörden mit den französischen Diensten über Ausfälle auf ihren Stützpunkten austauschen. Ein Zusammenhang ist derzeit nicht belegt.
Was nicht gesichert ist
- Wer dahintersteckt. Nach unserem Kenntnisstand gibt es zum 4. November keine gesicherte Zuordnung.
- Ob die beiden Wellen zusammenhängen. Es ist vom gleichen Vorgehen die Rede, aber es gibt keinen öffentlichen Beleg für denselben Urheber.
- Das Ausmaß. Die veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich je nach Datum und Quelle. Eine endgültige Bilanz gibt es nicht.
Nicht nur ein Hersteller betroffen
Das CERT-FR nennt Geräte mehrerer Hersteller, die bei deren Kunden betrieben werden. Mängel bei der Erreichbarkeit aus dem Internet oder beim Passwort lassen sich zudem Standort für Standort beheben.
Was Sie prüfen können
- Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Regler aus dem Internet erreichbar ist. Die offiziellen Empfehlungen fassen wir in diesem Artikel zusammen.
- Prüfen Sie die Konfiguration, darunter auch die Abtauzeiten, wie es das CERT-FR verlangt.
- Fragen Sie sich, wie Sie nachts von einem Temperaturanstieg erfahren würden, wenn der Alarm über das betroffene Gerät läuft.
Für diesen letzten Punkt liefert Ihnen eine separate zweite Messung einen weiteren Wert. Sie sichert den Regler nicht ab und ersetzt diese Prüfungen nicht. Warum eine unabhängige Überwachung.





